
Wissenschaftliche Aufsätze, sagt man, würden im Durchschnitt von 1 bis 2 Personen gelesen. Der Rest ist für die Publikationsliste. Letztere ist wiederum nur so lange von wirklicher Bedeutung, als sie ein Gewicht in der Waagschale von Bewerbungsverfahren ist, das heißt im Kampf um „Posten, Posten, Posten, und wenn es sein muss von der Konkurrenz“ (Bertolt Brecht).
Im akademischen Betrieb dienen Fachaufsätze der bibliometrischen Aufrüstung. Zitat: „Bei den Metriken wird die Anzahl der Veröffentlichungen mit der Anzahl der erhaltenen Zitate verglichen, so dass die folgende Definition vorausgesetzt sei“.

Der Vorteil von Metriken liegt darin, dass sie ohne Leser*innen auskommen. Es kommt lediglich darauf an, dass zitiert wird und eine metrische Ziffer entsteht, die dann sofort an Stabstellen, Divisionschefs, Berufungskommissionen usw. weitergekurbelt werden kann. Sie gewinnen damit einen generalstabsmäßigen Überblick über ihre Truppenstärke beziehungsweise den IMPACT FACTOR.
Die Aufsätze, die hier zur Verfügung gestellt werden, haben keinen IMPACT FACTOR. Ihr Zweck besteht darin, eine Erkenntnis über die in ihnen besprochenen Gegenstände zu gewinnen. Ob das gelungen ist, müssen Leser*innen entscheiden, die bei der Lektüre etwas mit ihnen anfangen oder nichts damit anfangen können.

Der Aufsatz „Proletarische Allegorese“ ist im Dezember 2021 in der „Deutschen Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte“ erschienen. Er regt an, das Märchen von der Säkularisierung neu zu erzählen, nicht nur als Geschichte vom glückseligen Fortschritt. Es ist auch eine ziemlich gruselige Horrorgeschichte.
https://link.springer.com/article/10.1007/s41245-021-00136-4

Wer wissen möchte, warum Spiderman (und seine Freunde: Superman, Iron Man usw.) gar nicht anders kann, als zu siegen bis ans Ende der Zeiten, anders gesagt, warum Apokalypse und American Entertainment zusammengehören, wird hier fündig: