
geboren im selben Jahr wie Kate Bush, Dagmar Manzel und Coltranes Album „Soultrane“,
in der Industrie-Stadt, der Hermann Broch im zweiten Teil der Schlafwandler-Trilogie, „Esch oder die Anarchie“, ein wunderbares Denkmal gesetzt hat.
Von da an ging’s bergab.
Nach dem Abitur 1977 Zeitsoldat im FschJgBtl 262. Zwischenzeitlich trat der Ernstfall ein. In den Worten des damaligen Bataillonskommandeurs: „Ich habe 1978 kurz vor Weihnachten das Bataillon in der Kaserne eingeschlossen, weil wir den Auftrag hatten, die Evakuierung deutscher Staatsbürger im Ausland sicherzustellen.“
1979 wieder frei.
Danach Beginn des Studiums (Deutsch, Philosophie, Musikwissenschaft) in Freiburg, u.a. bei Hans Heinrich Eggebrecht und Friedrich Kittler. Ab 1982 Philosophiestudium bei Gilles Deleuze an der Universität Paris 8. 1983 politisch-theologische Schlüsse aus den Zumutungen auswärtiger Handelswege-Verteidigung gezogen: Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. Seither Freundschaft mit Bertolt Brechts erfrischend unsympathischer Figur des Johann Fatzer: Der Feind sitzt nicht dort, wo er einem angezeigt wird.
Nach Abschluss des Studiums in Paris und Freiburg ab 1988 DAAD-Lektor an Université François Rabelais, Tours; die deutsche Wiedervereinigung 1990 (bis heute) aus der Ferne beobachtend. 1992 Promotion mit der Arbeit „Der literarische Souverän. Studien zur politischen Funktion der deutschen Dichtung“. 1993 Rückkehr nach Deutschland, wissenschaftlicher Assistent an der LMU München. 1999 Habilitation. Ab 2000 Professor für „civilisation allemande“ an der Université de Montréal; von 2002 bis 2005 Professur für „civilisation germanique“ an der Université de Franche-Comté, Besançon. Von 2005 bis 2024 W2-Professur (Neuere deutsche Literatur) an LMU München.
Seit 2025 Mitarbeit im Museum Wagenschwend (https://museum-wagenschwend.de/); Mitglied des literatur- und medienwissenschaftlichen Arbeitskreises „ars militans“ (https://ars-militans.de/); Kooperationspartner am Département de philosophie der Université de Yaoundé (Cameroun).
Gelegentlich im Gebirge unterwegs.
